In Deutschland leben momentan knapp 1,2 Millionen an Demenz erkrankte Menschen. Jährlich kommen in etwa 250.000 Neuerkrankungen hinzu. Experten rechnen für das Jahr 2030 sogar mit 2,5 Millionen betroffenen Demenz-Erkrankten. Schon heute ist die Krankheit Demenz der häufigste Grund für die Einweisung in ein Pflegeheim.

Trotz intensiver Forschungsanstrengungen gibt es noch keinen Durchbruch in Prävention und Therapie.
Über die Hälfte der Demenzerkrankten werden in den Familien betreut und versorgt. Eine wichtige Aufgabe ist daher, die psychischen, körperlichen, finanziellen und sozialen Belastungen der Pflegenden aufzufangen. Genauso wichtig ist es, die Demenzerkrankten in „ihrer Anderswelt” zu verstehen und wahrzunehmen, in welchen Momenten sie positive Empfindungen haben. An diesem Punkt unterstützend einzugreifen und zu fördern, das entlastet die Pflegenden und erhöht die Lebensqualität für die Erkrankten.

Demente Menschen haben Anspruch auf Leistungen aus der Pflegeversicherung, wenn sie für die Alltagsbewältigung dauerhaft und für mindestens 90 Minuten täglich auf Hilfe und Betreuung angewiesen sind. Die finanziellen Leistungen richten sich nach dem Grad des Pflegebedarfs, der wiederum vom zeitlichen Aufwand der pflegerischen Hilfe abhängt (siehe Artikel zur Pflegeversicherung in der Kategorie Finanzierung).

Der Einsatz von sozialen Diensten und ambulanten Hilfen kann helfen, den Familienalltag zu erleichtern und den Rahmen zu schaffen, dass Demenzerkrankte allein im Alltag zurecht kommen und solange wie möglich in ihrer vertrauten Umgebung bleiben können. Zusätzlich zu den ambulanten Pflegediensten kann die häusliche Pflege Demenzkranker durch teilstationäre Einrichtungen ergänzt werden. Dazu zählen Tagesstätten, Tagespflegeeinrichtungen und Tageskliniken.

Eine weitere Betreuungsform für demente Menschen stellen stationäre Einrichtungen, z.B. Alten- und Pflegeheime oder gerontopsychiatrische Wohngruppen, dar. Rund 40% der mittelgradig bis schwer Demenzkranken werden in stationären Einrichtungen betreut, und ca. zwei Drittel aller Dementen werden im Verlauf der Krankheit in stationären Pflegeeinrichtungen versorgt.

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