In Deutschland leben momentan knapp 1,2 Millionen an Demenz erkrankte Menschen. Jährlich kommen in etwa 250.000 Neuerkrankungen hinzu. Experten rechnen für das Jahr 2030 sogar mit 2,5 Millionen betroffenen Demenz-Erkrankten.
Es ist mittlerweile medizinisch belegt, dass Demenz mit den “selbstverständlichen Alterungsprozessen zu tun hat”, äußert sich Reimer Gronemeyer, Gießener Soziologe. Er fordert, Demenz nicht allein als medizinische Frage zu betrachten, denn damit würde man die Betreuung Demenzkranker allein den Ärzten zuschieben und die Gesellschaft von der Aufgabe freisprechen, sich gemeinschaftlich um demente Mitmenschen zu kümmern.
Auch die Demenz-Expertin Hedwig Neu fordert die Gesellschaft insgesamt auf, Demenzkranken Wertschätzung und Respekt entgegenzubringen. Viele Menschen neigen schnell dazu, Demenzkranke nicht ernst zu nehmen und ihnen den eigenen Willen aufzuzwingen.
Mit Einfühlungsvermögen sowie verbalen und nonverbalen Kommunikationstechniken sei es jedoch durchaus möglich, in die Gefühlswelt altersverwirrter Menschen vorzudringen, so Neu. Empathie könne den Betroffenen helfen, Vertrauen zu fassen und Angstzustände zu verringern. Das heißt: ihnen die Führung überlassen, mitmachen, mitfühlen. „Die Bemühungen um die Kranken ist keine Einbahnstraße. Es kommt etwas zurück. Plötzlich leuchtet etwas auf von der alten Persönlichkeit.”
Kommentar schreiben