24 Mrz
von admin - Kategorie: Pflege & Politik
Die Verbände, Kostenträger, die Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit und das Bayerische Sozialministerium haben ein „Bündnis für Ausbildung und Fachkräftenachwuchs“ geschlossen. Kern des Bündnisses ist das speziell auf die Lebenswelt von Jugendlichen ausgerichtete Werbekonzept „Herzwerker“, mit dem das Berufsbild Altenpflege an die Jugendlichen herangetragen werden sollen.
Hauptakteure sind die Einrichtungsträger, die in Kooperation mit den Schulen und den Arbeitsagenturen lokale Veranstaltungen zur Nachwuchsgewinnung durchführen. Das Bayerische Sozialministerium fördert die Umsetzung des Konzeptes mit 3.000.000 Euro.
2 Kommentare
Annette Miemietz
12|Okt|2010 1Liebe Initiatoren,
wie kann für Nachwuchs in der Altenpflege geworben werden, ohne deutlich zu machen, dass die Ausbildung Schulgeld kostet, nachdem der Schulgeldausgleich halbiert wurde? Das “Herzwerker-Projekt” hat diese Tatsache noch nicht drin. Schade!!
Bei der demografischen Entwicklung mit immer mehr schwerst dementen Bewohnern reichen Herz und Hand (Angehörige und Ehrenamtliche) nicht aus! Es braucht auch Professionalität, und die geht nur über eine fundierte Ausbildung. Dafür darf nicht bezahlt werden müssen! Die Schulen benötigen die entspechende Ausstattung und ordentlich bezahlte Pflegelehrer. Dann hat der Altenpflegeberuf eine Zukunft.
Der derzeitige Fachkräftemangel führt jetzt schon zum Burn-out bei vielen Pflegekräften. Sogar Schüler haben bereits neben Schule und praktischer Arbeit tw. 100 Überstunden. 15 Tage am Stück arbeiten ist leider in manchen stationären Einrichtungen schon an der Tagesordnung. Ich bin Lehrerin für Pflegeberufe, auch im Leitungsbereich, und habe “ein großes Ohr” an der Praxis. Es sind keine Märchen oder Einzelfälle, die ich schildere. Leider ist es die grausame Wahrheit. Wer auf der Strecke bleibt, ist zuletzt der alte Mensch, der bei allem guten Willen der Pflege nicht die Zuwendung erhält, die ihm nach seiner Lebensleistung zusteht! Leider verschließt sich die Politik noch diesen Tatsachen! Sie hat keine limitierten Zeitkorridore für die Durchführung ihrer Maßnahmen und genügend Schreibkräfte für ihre Dokumentation. Das wäre das nächste Thema, aber dann schreibe ich morgen noch! Ich erwarte gespannt eine Antwort.
Mit freundlichen Grüßen
Annette Miemietz
Georg Sander
31|Okt|2010 2Das bayerische Sozialministerium gibt 3 Mio. für eine Marketingaktion aus. Gleichzeitig wird der Schulgeldzuschuss für Altenpflegeschüler vom Kultusministerium mit der Zustimmung von CSU und FDP um 100 € im Monat gekürzt. Den Altenpflegeschulen dürfte nichts anderes übrig bleiben, dieses Geld von ihren Schülern einzutreiben.
Der Vorgang sagt einiges über die “Kompetenz” der gegenwärtigen Staatsregierung aus!
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