Mangelernährung ist eine häufige Ursache für Krankheiten im Alter.
Die Gründe hierfür sind vielfältig:
• Eine Ursache ist Appetitlosigkeit, die durch Bewegungsmangel, aber auch durch Einsamkeit und Traurigkeit entsteht.
• Weiterhin verändert sich mit zunehmendem Alter das Geschmacksempfinden. Senioren entwickeln Vorlieben für Süßes, was gleichzeitig auch meistens weniger nahrhaft ist.
• Außerdem führten Kau- und Schluckbeschwerden, verursacht durch schlecht angepasste Zahnprothesen oder schlechte Kaumuskulatur, häufig dazu, dass kauintensive Lebensmittel wie Fleisch vermieden werden.
• Besonders an Demenz erkrankte Senioren laufen Gefahr, das Essen zu vergessen und bedürfen daher besonderer Unterstützung.
Wer einen Angehörigen zu Hause pflegt, kann einer Mangelernährung vorbeugen, indem er zum Beispiel bei der Auswahl der Speisen die Vorlieben des Pflegebedürftigen berücksichtigt und mit Salaten und Obst kombiniert. Bei Schluckbeschwerden eignet sich Obstmus gut für eine ausgewogene Ernährung. Demenzpatienten können zum Essen motiviert werden, indem Speisen „wie früher“ zubereitet werden. Neben festen Essenszeiten sollten im Lebensumfeld des Pflegebedürftigen nach Möglichkeit stets gesunde Leckereien in Reichweite sein. Optimal wäre auch, die Ermöglichung von Bewegung an der frischen Luft sowie gesellschaftliche Treffen, da dies den Appetit anregt.
Unter den Pflegeheimbetreibern sind unter anderem Vitanas und die Marseille-Kliniken dazu übergegangen, mit Ernährungsspezialisten und Diätassistenten der unternehmenseigenen Cateringservices zusammenzuarbeiten und Ernährungskonzepte für die Heimbewohner zu erstellen.
Dafür werden bei Vitanas in der Abteilung für Ernährungsforschung seniorengerechte Gerichte kreiert, die für jeden Bewohner individuell in Form von Ernährungs- und Trinkplan abgestimmt werden.
Die Marseille-Kliniken haben gemeinsam mit der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg einen Standard gegen Mangelernährung erarbeitet. Der Standard enthält klare Handlungsanweisungen, wie etwa die regelmäßige Erhebung des Mangelernährungsrisikos und die Einführung von Zwischenmahlzeiten. Auf diese Weise soll die Entwicklung von Zuständen einer Mangelernährung und unzureichender Flüssigkeitsversorgung frühzeitig erkannt werden, um rechtzeitig mit geeigneten Maßnahmen reagieren zu können.
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