In Dortmund soll ein Pflegeheim für türkische Senioren errichtet werden. Der Initiator, selbst türkischer Nationalität, hat bereits Erfahrung in der Branche, er leitet zurzeit einen ambulanten Pflegedienst. Das geplante Heim soll sich an den muslimischen Gepflogenheiten orientieren. So soll es z.B. ein nach Mekka ausgerichteter Gebetsraum und sowie übertragung des Gebets über Lautsprecher für bettlägerige Bewohner geben.

In Mülheim an der Ruhr soll ein ähnliches Projekt an der Saarner Straße entstehen. Hier sollen insgesamt 55 Ein- und Zweibettzimmer in der Größe zwischen 24 und 48 Quadratmeter entstehen. Hinzu kommt ein Angebot für betreutes Wohnen, das bis zu 28 Einheiten umfassen soll. Laut Plan sollen die Bauarbeiten nach eineinhalb Jahren abgeschlossen sein.

In Wattenscheid gibt es bereits seit 1,5 Jahren den Göçmenlere Bakim Servisi – das ist türkisch und bedeutet „Migranten-Pflege-Service“ (MPS).

In Nordrhein-Westfalen wohnen nach Angaben der Westfälischen Rundschau 347 000 Bürger über 65 Jahre mit Migrationshintergrund. Bezogen auf alle Menschen in Nordrhein-Westfalen über 65 Jahre sei dies ein Anteil von 9,4 Prozent.

Bisher sind die meisten Pflegeheime und die dort arbeitenden Pflegekräfte nicht umfassend auf muslimische Pflegebedürftige eingestellt. Zudem scheuen viele muslimische Senioren den –doch sehr intimen – Kontakt mit nicht-muslimischen Pflegekräften und lassen sich lieber von der Familie betreuen.

Speziell auf die Bedürfnisse muslimischer Pflegebedürftigen zugeschnittene Pflegeheime können sich in Anbetracht der doch sehr unscharf abgegrenzten Fülle an Pflegeheimen und Pflegeeinrichtungen als interessante Nischenangebote erweisen.

Weitere Pflegeeinrichtungen in Nordrhein-Westfalen finden Sie hier.

  • Share/Bookmark