Snoezelen wurde in den 70er Jahren von zwei Niederländern als Freizeitaktivität für geistig behinderte Menschen entwickelt. Der Begriff Snoezelen ist eine Wortschöpfung aus den niederländischen Begriffen „snuffelen“ (=schnüffeln) und „doezelen“ (=dösen). Diesen beiden Worten ist bereits zu entnehmen, welche zwei Prinzipien hinter dem Snoezelen stecken: sinnliche Wahrnehmung und Entspannung.
Beim Snoezelen können akustische, olfaktorische und visuelle Anreize gesetzt werden, zum Beispiel durch Lavalampen, Duftöle, Fühlmaterialien und Klangspielen.
Auch können durch das Liegen auf einem Wasserbett die taktilen Sinne stimuliert werden.
In der Literatur ist man sich größtenteils einig, dass das Snoezelen an sich keine eigenständige Therapieform darstellt, sondern vielmehr eine räumlich-atmosphärische Ergänzung zur Pflege und Betreuung darstellt. Die Patienten können in eine andere Welt eintauchen und vergessene Reize aufnehmen.
Gerade in der Dementenpflege ist es schwer, einen Zugang zu den Patienten zu erlangen und ihre Bedürfnisse zu verstehen, wenn sie ihre Fähigkeit verloren haben, sich gegenüber Pflegern und Angehörigen auszudrücken. Das Snoezelen ist neben den anderen Methoden wie dem Bobath-Konzept, der Basalen Stimulation und der aktivierenden Pflege ein weiterer Baustein, um die Patienten zu „erreichen“.
Eine Studie der Universität Utrecht aus dem Jahre 2004 hat die Wirkung des Snoezelen auf Stimmung und Verhalten der demenzkranken Bewohner untersucht. Dabei wurde nach 1,5 Jahren festgestellt, dass die Bewohner mit Snoezelen-Behandlung weniger apathisch und aggressiv waren und mehr Lebensfreude zeigten. Sie zogen sich weniger zurück und sprachen öfter in ganzen Sätzen. Zusätzlich wurde beobachtet, dass in den untersuchten Pflegeheimen die Mitarbeiterzufriedenheit stieg und sich die Kommunikation zwischen Pflegepersonal und Bewohner verbesserte.
Um das Snoezeln in den Pflegealltag zu integrieren, ist nicht zwangsweise ein speziell eingerichteter Snoezelen-Raum notwendig. Es reicht bereits ein mobiler (Tee-)Wagen, ausgerüstet mit einer Auswahl stimulierender Elemente. Auf diese Weise erreicht man auch bettlägerige Bewohner. Das Ziel ist immer, eine Atmosphäre zu erzeugen, in der sich die Patienten geborgen und sicher fühlen – und das kann überall gelingen.
Alles weitere über Snoezelen lesen Sie auf der Homepage der Deutschen Snoezelen-Stiftung nach.
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