In Kinderzimmern hat die Spielekonsole schon vor drei Jahren Einzug gehalten. Doch jetzt ist das Wii-Fieber, vor allem mit dem dazugehörigen Bowlingspiel, auch in deutschen Pflegeeinrichtungen angekommen.
Der Clou: In der virtuellen Welt können nun auch Menschen Bowling spielen, die im Rollstuhl sitzen, einen Schlaganfall hatten oder anderweitig in ihrer Bewegung eingeschränkt sind. Wer nicht aufstehen kann, bleibt auf seinem Stuhl sitzen und schwingt nur den Arm. So muss niemand ausgeschlossen werden, alle können mitmachen.

Verbreiter dieser neuen Spielidee sind zwei junge Männer, Markus Deindl (26) und Josef Keiner (34). Sie studieren „Soziale Arbeit“ in München und versuchen, die Wii-Spielekonsole in deutschen Pflegeeinrichtungen populär zu machen.

Ihre „Deutsche Meisterschaft im Senioren-Bowling“ geht dieses Jahr bereits in die dritte Runde: Bewohner von über 100 Pflegeeinrichtungen treten gegeneinander an. Für die Besten gibt es am Ende nicht nur eine Urkunde, sondern auch einen Pokal und eine eigene Konsole für die zugehörige Siegereinrichtung.

Deindl und Keiner wollen mit diesem Wettkampf zum einen den „Kampfgeist der Senioren“ wecken, zudem möchten sie die ältere Generation an neue technische Medien heranführen und das Gemeinschaftsgefühl und die Motivation in den Einrichtungen stärken. Ganz nebenbei werden auch die geistigen und motorischen Fähigkeiten trainiert. Und was vor allem die Einrichtungsleiter und Pflegeleitungen begeistert: Alle können mitmachen, auch die Bewohner, die körperlich oder geistig eingeschränkt sind.

Auch wenn sich viele Senioren anfangs schwer tun, so einen „technischen Schnick-Schnack“ in die Hand zu nehmen – sobald der Erste anfängt zu spielen, ist das Eis gebrochen.

Einrichtungsleiter, die sich für eine Wii-Veranstaltung in ihrer Einrichtung interessieren, können sich bei wii-senioren.de bewerben.

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